Warum wir keinen Disclaimer haben


und warum das die bessere Wahl ist

Wenn du ins Impressum einer Website schaust, triffst du dort oft auf folgende Szene: Dutzende Paragraphen, in denen ein Unternehmen erklärt, wofür es nicht haftet. Für kaputte Links. Für externe Inhalte. Für Richtigkeit von Informationen. Für deine persönliche Interpretation einer Überschrift. Teilweise wirkt es so, als würde das Unternehmen nur für die Tatsache haften, dass die Domain überhaupt existiert.

Wir haben uns bewusst gegen diesen Weg entschieden. Und wenn wir ehrlich sind, würden wir unseren Kunden das auch empfehlen… wenn sie fragen.

Das steht da normalerweise drin (und warum)

Ein typischer Disclaimer versucht, folgende Dinge abzudecken:

  • Haftungsausschluss für externe Links: „Wir haften nicht, wenn eine Webseite, auf die wir verlinken, etwas Böses enthält“
  • Verzicht auf Aktualitätsgarantie: „Unsere Informationen könnten alt sein, und das ist nicht unser Problem“
  • Unwirksamkeit trotz sorgfältiger Prüfung: „Wir geben uns ja Mühe, aber garantieren nichts“
  • Haftungsbeschränkung: „Falls doch etwas schief geht, zahlen wir dir 5 Euro“

Die juristischen Hintergründe sind tatsächlich echte Probleme und das ist genau der Punkt.

Warum das meistens Unsinn ist

Hier kommt die unbequeme Wahrheit: Disclaimer schützen nicht wirklich.

1. Gesetzliche Haftung lässt sich nicht einfach wegtexten

Anbieter bleiben für eigene Inhalte nach den allgemeinen gesetzlichen Vorschriften verantwortlich. Ein Disclaimer kann diese gesetzliche Verantwortlichkeit nicht ausschließen.

Ein klassisches Beispiel: Ein Unternehmen hat auf seiner Website einen Link zu einem fragwürdigen Produkt. Der Disclaimer sagt: „Wir haften nicht für externe Inhalte.“ Das beruhigt vielleicht den Unternehmer, schützt ihn vor einer Haftungsklage aber nicht, wenn der Link selbst und beabsichtigt gesetzt wurde.

2. Der psychologische Effekt ist umgekehrt

Ein langer Haftungsausschluss im Impressum wirkt auf manche Leser wie ein Warnsignal: „Vorsicht, hier passt jemand nicht auf sich auf.“ Gerade für eine Datenschutzbüro ist das fatal. Wenn wir ständig betonen, wofür wir nicht haften, warum sollten unsere Kunden uns dann vertrauen, wenn es um ihre Daten geht?

Das ist der zentrale Punkt: Ein Disclaimer wirkt defensiv und ist in diesem Kontext kontraproduktiv.

3. Die Wirklichkeit ist nuancierter

Die Rechtsprechung entwickelt sich weiter. Moderne Gerichte schauen nicht mehr auf einen Wust aus Disclaimern, sondern auf die Frage: „Hat der Anbieter sorgfältig gehandelt?“ Das ist deutlich wichtiger als eine juristische Blanko-Absolution.

Diese Webseite verarbeitet deshalb nur so viele persönliche Daten von Ihnen, wie notwendig sind. Keine. Gern geschehen 🙂

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